Kieler Vollversammlung fest in Politikerhand
titelt Jan Oger am 19.01. Er beschwert sich über folgendes:
Die gestrige „Vollversammlung“ der StudentInnen an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel war fest in der Hand der Herrschenden. Diese durften in epischer Breite ihre Programme präsentieren. Studentische Redebeiträge wuren vom AStA kurzerhand verboten.
Er beginnt mit allgemeinem Blabla:
Es war schon interessant, wer auf der gestrigen Vollversammlung der Kieler Christian-Albrechts-Universität reden durfte. Noch interessanter war es, zu sehen wem dies nicht gestattet war.
Die sogenannte Vollversammlung war nichts anderes als eine Podiumsdiskussion mit VertreterInnen der bürgerlichen Parteien von SSW bis CDU, moderiert durch die ?ebenfalls parteigebundenen? Vorsitzenden des AStA (Allgemeiner Studierendenausschuss), Lars Juister (Jusos) und Florian Peters (Grüne).
Vergisst aber den eigentlichen Grund der VV zu nennen. Worum solls den da gehen?
Einer freien Assoziation von linken Studierenden, die als einzige die für die studentischen Interessen sprechen wollten, wurde die Redezeit verweigert. Lediglich kurze Fragen an die Herrschenden wurden zugelassen.
Ja zu was den nun?
Dann aber scheinen einige Studierende die Nerven zu verlieren und ihr gutes Elternhaus zu vergessen:
Also enterte der verhinderte Redner kurzerhand die Bühne, unterstützt von ca. einem Dutzend StudentInnen, die Transparente wie ?Bildet euch. Bildet andere. Bildet Widerstand? hochhielten.
Andere Studierende jedoch wissen scheinbar was sich gehört. Das bringt Herrn Oger zur Weißglut:
Die überwiegende Mehrheit des studentischen Publikums hatte kein Verständnis für diesen Versuch, ihre Interessen zu vertreten. Dies mag an dem Redetext gelegen haben, der auch als Flugblatt verteilt wurde. Denn es wurde über den akademischen Tellerrand hinaus geblickt und die Einführung von Studiengebühren in einen gesamtgesellschaftlichen Kontext gestellt. Die Gruppe sah sich von allen Seiten mit einer feindseligen Stimmung konfrontiert. Doch weder Pöbeleien des AStA-Chefs Juister, noch das Abstellen des Mikrofons konnten die Rede vorzeitig beenden. Zum Schluss fanden sich sogar spontan Studenten, die versuchten, die ?Störer? von der Bühne zu drängen.
Und der böse Asta (war das nicht so ein demokratischer Verein, bei demgewählt wird und so???):
Der AStA der Christian-Albrechts-Universität hat durch sein undemokratisches Verhalten und durch das Programm der ?Vollversammlung? wieder einmal gezeigt, wofür er politisch steht: Für die genaue Reproduktion staatlicher Herrschaftsstrukturen und das ausschließliche Eintreten für Macht- und Parteiinteressen. Dass Juister und Peters irgendwann einmal für die Belange von StundentInnen eintreten könnten, bleibt wohl eine Illusion. Viel zu sehr sind sie darauf bedacht, ihre Parteikarrieren zu verfolgen.
*lach* Parteikarrieren
Aber auch auf die „bösen“ Studierenden wird weiter eingedroschen:
Doch auch ein großer Teil der Studierenden hat durch seine negative Reaktion gezeigt, dass mit ihm auch weiterhin ein Staat zu machen ist. Anstatt die Vollversammlung als Möglichkeit zu begreifen, sich basisdemokratisch zu organisieren, Informationen und Meinungen auszutauschen oder alternative Hochschulmodelle zu entwickeln, freute man sich über die ausgefallenen Vorlesungen und beklatschte die Herrschenden, die (fast) ungestört eine 1A-Wahlwerbeveranstaltung durchführen konnten. Dass diese Parteipolitiker die wahren Störer waren, konnte leider den wenigsten Studierenden vermittelt werden. So werden wohl, trotz gravierender Einschnitte in der Hochschullandschaft von Schleswig-Holstein, weiterhin die Herrschenden beklatscht werden und wird weiterhin ein untätiger und machtgeiler AStA die Studierenden ?vertreten?. Viel Spaß damit.
Dann wechsel doch die Uni, Knallkopp.
Illustriert wird der Artikel sogar noch mit Bildern:
Orginaltitel: Der AStA-Beitrag zum Kampf gegen Studiengebühren
Orginaltitel: Der AStA-Vorsitzende Lars Juister pöbelt…
Orginaltitel: …und wird handgreiflich



1 Antwort auf “Die bösen Anderen”